Die Risiken bei Arbeiten ohne die erforderliche Fachbetriebsqualifikation nach § 62 Abs. 4 Nr. 3 und 4 WHG i. V .m. § 3 VUmwS (früher: § 19 l WHG)!

Seit 1986 schreibt das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) für Betriebe, die Arbeiten an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen durchführen, die nachgewiesene Qualifikation als Fachbetrieb vor.
Damit soll verhindert werden, dass unqualifizierte Firmen oder Personen Arbeiten z.B. an Heizölverbrauchertankanlagen durchführen und durch Planungs-, Montage- oder Wartungsfehler Boden- oder Gewässerverunreinigungen verursachen.

Noch immer gibt es TGA-Betriebe, die - obwohl oft fachlich auf hohem Leistungsstand - ohne Fachbetriebsqualifikation nach WHG arbeiten. Auch wissen manche größere Unternehmen nicht, dass selbständig arbeitende Niederlassungen oder Betriebsstätten selbst die Fachbetriebqualifikation haben müssen, weil die des "Mutterhauses" nicht ausreicht. Dabei sind sie sich des großen Risikos dieses Versäumnisses nicht bewusst. Wie beim Fahren eines Kraftfahrzeugs ohne Führerschein erlischt im Schadensfall der Versicherungsschutz und eine Geldbuße bis 50.000,- Euro wird fällig. Auch wenn kein Schaden eingetreten ist, kann ein Bußgeld verhängt werden.

Im Gegensatz zum gesetzlich ungeregelten Bereich, Beispiel: ÖKO-Audit oder Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000 ff., ist die Fachbetriebsqualifikation im Wasserhaushaltsgesetz verbindlich vorgeschrieben.
Um die Durchsetzung des Gesetzes zum Schutz der Gewässer zu verbessern, besteht neben der Fachbetriebspflicht des Auftragnehmers auch für den Auftraggeber die Pflicht, Aufträge nur an Firmen zu vergeben, die den Nachweis der Fachbetriebsqualifikation erbracht haben. Bei Zuwiderhandlungen verliert auch der Auftraggeber seinen Versicherungsschutz und muss ebenfalls mit einem Bußgeld bis 50.000,- Euro rechnen. Diese Tatsache ist bisher meist nur größeren Auftraggebern bewusst.